
Die Gruppe "Zochrot" (Hebräisch: "Wir erinnern uns" - in der weiblichen Form) arbeitet mit einer losen Zusammenkunft von Intellektuellen zusammen, die seit zwei Jahren in Israel unter dem Begriff "Parrahesia", benannt nach dem vom Griechischen ins Alt-Hebräische übernommenen Wort für "Öffentlichkeit", kontinuierlich bemüht ist, die ethnischen, reilgiösen und sozialen Klüfte innerhalb der israelischen Gesellschaft aufzuzeigen und kritisch zu reflektieren. Der medico-Partner "Zochrot" versucht über die "Nakba", die palästinensische Flucht- und Vertreibungsgeschichte von 1948 und die Folgen, aufzuklären - und zwar auf Hebräisch, um der öffentlichen Tabuisierung der damaligen Geschehnisse entgegenzuwirken.
Unlängst erschien eine Sonderausgabe ihrer Zeitschrift "Sedek", zu Deutsch: Riss, die den programmatischen Untertitel "Zeitschrift zur hiesigen Nakba" trägt. Die Ausgabe hat zum ersten Mal Gedichte von israelischen Lyrikern aus dem ersten Jahrzehnt des Staates Israel zusammengetragen, die die palästinensische Vertreibungsgeschichte berühren. Die Zeitschrift beschäftigt sich mit der Frage, wie die Nakba in der Dichtung beschrieben wurde. Dabei kommt heraus, dass die Pälestinenser als betroffene Bevölkerung kaum vorkamen und das Ereignis vielmehr über eine von Menschen verlassene Landschaft beschrieben wurde.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hob am 24. August 2010 in ihrem Feuilleton über die aktuelle "Sedek"-Ausgabe hervor: "Abwesend in diesen Gedichten waren (…) die Palästinenser. So erhob man einzelne Überreste ihrer Dörfer zum Symbol für die Vertreibung, ohne das Unrecht auszusprechen oder dazu eindeutig Stellung beziehen zu müssen."
