medico international

Projekte und Partner

Haiti

Pragmatismus allein hilft nicht

Um die anhaltende soziale und politische Krise in Haiti zu überwinden müssen die HaitianerInnen selbst in der Lage sein den Wiederaufbauprozess mitzugestalten. Zur medico-Projektstrategie in Haiti:

Haiti kann nicht von außen aufgebaut werden. Es muss sich selbst aufbauen. Wie aber können die Menschen in Haiti diesen Prozess selbst in die Hand nehmen und bestimmen, wenn sie sich im alltäglichen Ringen ums Überleben erschöpfen? In einer auf Emanzipation ausgerichteten Projekt- und Partnerförderung, wie sie medico sich zum Prinzip gemacht hat, entsteht daraus ein Dilemma: Partner zu finden, die trotz der Umstände handlungsfähig sind und über eine stabile Struktur verfügen, oder Partner so behutsam zu fördern, dass sie zum eigenständigen und selbstbestimmten Handeln befähigt werden. Denn Nachhaltigkeit kann nur entstehen, wenn sich haitianische Strukturen entwickeln, die auch dann noch lebensfähig sind, wenn die "Geber" weiter gezogen sind. Dass ausländische NGOs hierbei durchaus eine ambivalente Rolle spielen können, ist aus vielen Krisensituationen bekannt.

medico ist sich dieser schwierigen eigenen Rolle bewusst. Wir verfolgen deshalb drei Schwerpunkte, mit denen wir bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen bei der Bewältigung von Katastrophen gemacht haben:

  • Wir fördern Gemeindeentwicklung über lokale Initiativen, die Bedarf und Notwendigkeit von Maßnahmen des Wiederaufbaus feststellen, abstimmen und organisieren;

  • wir helfen bei der Entwicklung von Basisgesundheitsfürsorge, das heißt der Förderung lokaler gesundheitlicher Ausbildung und Infrastruktur;

  • und wir betreiben einen aktiven Süd-Süd-Austausch, wir vermitteln die Erfahrungen von Menschen und Initiativen aus anderen Ländern, die sich in einer ähnlichen sozialen und wirtschaftlichen Lage befinden.

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