medico international

medico Rundschreiben 04/2009

medico aktiv

Theater und Wirklichkeit

Kolleginnen und Kollegen berichten in den medico-Blogs

Im medico-Hausblog stand am 21. September über den Auftritt des Freedom Theatres in Frankfurt: "Theater und Wirklichkeit - Es gibt selten diese Momente, da man glaubt, etwas Grundlegendes aus der medico-Arbeit verstanden und zugleich gefühlt zu haben. Am vergangenen 17. September bescherten uns die Schauspielschüler des Freiheits-Theaters Jenin und ihr Direktor einen solchen unwiederbringlichen Moment. Mit einer Kraft, Entschlossenheit und Ernsthaftigkeit kämpften, tanzten, sprangen, liebten und starben die 9 jungen Männer und Frauen aus der palästinensischen Westbank auf der Bühne, dass wir Zuschauer teil hatten an ihrer Sicht auf die "Fragmente Palästinas". Das Stück ist, mit seinen knapp 40 Minuten Psychodrama, expressives Theater und radikaler Selbstbehauptungswille in Einem. Das war keine Goodwill-Veranstaltung, auf der wir freundlich die Kunst-Übungen der Marginalisierten entgegennahmen …" In den Blogs aus Managua, Ramallah und Frankfurt berichten Kolleginnen und Kollegen aktuell z.B. von den verheerenden Erdrutschen in El Salvador, von den Vorbereitungen, Diskussionen und den Bewegungen rund um die Fußball-WM in Südafrika, von der Gegenveranstaltung zum sog. World Health Summit in Berlin, oder von der "zweiten" Hilfe im Gaza-Streifen. Alle Blogs finden Sie unter: www.medico.de/blogs

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Public Eye on Berlin

Erfolgreicher Protest gegen den "Weltgesundheitsgipfel"

"Wie kommen die eigentlich darauf", so fragten uns gleich mehrere Journalisten, "diese Konferenz 'Weltgesundheitsgipfel' zu nennen?" Eine berechtigte Frage, war das Treffen, zu dem die Berliner Charité lud, doch eher eine prominent besetzte Lobbyveranstaltung von Forschung, Pharmaindustrie und Politik.

Viel Zeit zum Einspruch blieb uns nicht. Kunde vom "Weltgesundheitsgipfel" erhielten wir erst, als sich die Veranstalter ganz zuletzt der Zivilgesellschaft erinnerten und so auch medico zur Teilnahme luden. Da hatten Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy schon die Schirmherrschaft, große Pharmakonzerne die Finanzierung zugesichert. Wir informierten kirchliche Hilfswerke, ver.di und den DGB, langjährige Partner wie die BUKO-Pharmakampagne und den Verband Demokratischer Ärztinnen und Ärzte und luden mit insgesamt 27 Organisationen zum Alternativgipfel.

Den Anfang machte eine vom Berliner Büro für medizinische Flüchtlingshilfe vorbereitete öffentliche Aktion direkt vor dem Charité-Hochhaus. Ihr folgten die Pressekonferenz und der von mehr als hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern besuchte, sehr lebendige Alternativgipfel. Via Satellit schalteten wir zu medico-Partnern, die in den Slums der indischen Megastadt Bangalore arbeiten. Ein passender Gegenzug zum "Weltgesundheitsgipfel", der seine "Vision" ebenfalls per Satellit bebilderte, mit einer Schaltung in die internationale Raumstation: nicht inkonsequent, kümmerte sich ein Seminar dort doch um die "Herausforderungen von Langzeitaufenthalten auf Mond und Mars" und deren Folgen für die irdische Medizin. Technischer Fortschritt für die, die zahlen können, einerseits – globale Gesundheitsgerechtigkeit andererseits: so einfach, so grundsätzlich lässt sich das in Berlin verhandelte Entweder-oder auf den Punkt bringen. Einen „Weltgesundheitsgipfel“ soll es auch im nächsten Jahr geben. Gut, dass wir das jetzt schon wissen. Wir kommen wieder.

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Intervention zugunsten der Menschenrechte?

Veranstaltungen zu Afghanistan

Nach acht Jahren Intervention ist Afghanistan weder ein demokratischer noch ein friedlicher Ort. Ohne einen Strategiewechsel droht das Land in einem Strudel aus Gewalt zu versinken. Was aber bedeutet ein Strategiewechsel? Darüber öffentlich zu debattieren, dazu hatten wir aufgerufen.

In Städten wie Hannover, Nürnberg oder Herrenberg – auf insgesamt acht kleineren und größeren Veranstaltungen – sind wir in lebhaften Diskussionen dieser Frage nachgegangen. Einigkeit herrschte hinsichtlich der Erkenntnis, dass – trotz der beharrlich verbreiteten Schönmalerei der Bundesregierung – ein Strategiewechsel in Afghanistan sowie anderswo auf der Welt dringend geboten ist. Statt die Außenpolitik weiter zu militarisieren, sollte eine entwicklungspolitische Offensive die sozialen Rechte der Menschen fördern. Den Blick auf die Zukunft richtend, muss beantwortet werden, wie die Menschenrechte fern jeglicher Instrumentalisierung vom Kopf auf die Füße gestellt werden könnten.

Diese Debatte setzte sich durch diverse medico-Beiträge in der überregionalen Presse fort, wie beispielsweise in einem Streitgespräch in der taz. Zusammen mit einem breiten Bündnis von in Afghanistan aktiven Entwicklungsorganisationen hat medico zudem jüngst in Berlin eine große Afghanistan-Konferenz realisiert. Der Konferenzbeitrag von Thomas Gebauer, Blühende Landschaften am Hindukusch?, ist nachzulesen unter www.medico.de.

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