
Nun ist sie also auf den Weg gekommen: die Machbarkeitsstudie darüber, wie die Absatzchancen von generisch und patentfrei in Bangladesh produzierten Medikamenten gegen HIV-AIDS, Malaria und Tuberkulose insbesondere für die ärmsten Länder aussehen könnten. Unser Partner in Bangladesh, die Gesundheitsorganisation Gonoshasthaya Kendra, die brasilianische Chemikerin Eloan Pinheiro, die maßgeblich die öffentliche Produktion von AIDS-Medikamenten in Brasilien vorangetrieben hat, und Kollegen von medico international hatten in einer intensiven Arbeitswoche die Projektskizze für eine solche Produktion entworfen. Das war der Anstoß für die Machbarkeitsstudie, die holländische Kollegen nun im Auftrag der DEG (Deutsche Entwicklungsgesellschaft) in Bangladesh durchführen werden. Die Berater sind verbunden mit dem gemeinnützigen Generika-Händler IDA, über den medico schon viele Medikamentenlieferungen in verschiedene Projektregionen organisiert hat. Die Studie wird sich mit Marktanalysen beschäftigen, aber auch mögliche Unternehmen zur Durchführung einer solchen Produktion unter die Lupe nehmen. Dazu werden auch die Pharmaunternehmen gehören, die unter der Obhut von Gonoshasthaya Kendra bereits Medikamente und Grundstoffe für essentielle Medizin herstellen. Die Machbarkeitsstudie geschieht vor dem Hintergrund, dass preiswerte Medikamente im Bereich HIV-AIDS, Malaria und Tuberkulose in großem Ausmaß fehlen. Bangladesh ist es aufgrund der internationalen Handelsabkommen noch erlaubt in den nächsten 10 Jahren Nachahmer-Produkte herzustellen, selbst wenn diese unter Patent sind. Bangladesh, so die Hoffnung, könnte die Rolle Indiens als Apotheke der Armen übernehmen, da Indien seit 2005 keine patentgeschützten Medikamente mehr produzieren darf.
