medico international

medico Rundschreiben 04/2007

Projekte – Projektionen I

Wir bleiben: Erleichterung nach der Wahlniederlage der Ultrarechten in Guatemala

Wir bleiben, schrieben unsere Partner aus Guatemala, nachdem der ultrarechte Präsidentschaftskandidat die Wahlen im November doch deutlich verloren hatte. Keiner in Guatemala hat große Hoffnungen in den Wahlsieger Colom, der zwar als Sozialdemokrat gilt, aber auch zu den großen reichen Familien gehört, die traditionell vor allen Dingen auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Die Vorstellung jedoch, ein rechter Ex-Militär, der offensiv die Rückkehr zur "harten Hand" predigte, könnte in Guatemala erneut brutal regieren, ließ unsere Kollegen von der Gesundheitsorganisation ACCSS ernsthaft den Gedanken ans Exil erwägen. Sie bleiben, auch wenn wenig Besserung in Sicht ist. Während des Wahlkampfes haben sich die Gesundheitspromotoren, die von ACCSS und medico unterstützt werden, zu Wort gemeldet. Sie forderten eine Umkehr in der Gesundheitspolitik Guatemalas. In von ihnen verfassten "Wahlprüfsteinen" wiesen sie darauf hin, dass Guatemala gerade mal ein Prozent seines Staatshaushaltes für Gesundheit ausgibt. Das ist die niedrigste Rate in Mittelamerika. Ein Fünftel der Bevölkerung, so die Promotoren, hätte überhaupt keinen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen. Statt der Propagierung einer brutalen Staatsrepression der Gewalt empfehlen die Promotoren eine Gesundheitspolitik, die alle einschließt, auch als ein Mittel, der enormen sozialen Kluft und ihrer gewalttätigen Auswirkungen Herr zu werden.

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