
Taslima Azizi ist Psychologin. Nach ihrem Studium an der Universität Kabul arbeitete sie seit 1995 in einer staatlichen Klinik. Nun wechselt sie ihren Arbeitsplatz. Seit dem 1. Juni arbeitet sie in der Poliklinik des medico-Projektpartners MDC (Mine Detection and Dog Center). Gemeinsam mit einer Physiotherapeutin wird sie weibliche Minenopfer und andere behinderte Frauen physisch und psychologisch betreuen. Damit ist das Angebot der Poliklinik um eine wichtige Komponente erweitert worden. Die Klinik, die seit 1998 ihre Dienste für die lokale Bevölkerung anbietet, behandelt täglich 120 bis 150 Patientinnen und Patienten. Von der Allgemeinmedizin, bis zur zahnärztlichen Behandlung und zur Gynäkologie können Angebote wahrgenommen werden. Medico unterstützt die MDC seit vielen Jahren. Nun wurden Gelder für diese Ausweitung der Arbeit zur Verfügung gestellt. Alle Behandlungen sind im Übrigen kostenfrei.
Afghanistan: Projektinfos / Spendenstichwort: Afghanistan
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Das Jugendgefängnis in Sulaimainia, im kurdischen Nordirak, ist ein zweistöckiges, beige angestrichenes Haus im Stadtzentrum. Die offenen Türen und schmale Treppen erinnern eher an ein Heim. Aufpasser mit Walkytalkys bewachen neun heranwachsende Jungen in Jogginganzügen, die alle in der Untersuchungshaft auf ihr Urteil warten. Die Situation der Jugendlichen ist schwierig. Zoe Oßwald, eine Abiturientin aus Berlin, deren Großvater aus Sulaimania kommt, beschreibt das Schicksal vieler Insassen: "Homosexualität und Prostitution gehören neben Obdachlosigkeit, Mord und Entführung zu den Gründen, warum Jugendliche im Irak angeklagt werden. Viele der Inhaftierten sind von der Familie verstoßen worden, andere sind von zu Hause weggelaufen. Sie überleben auf der Straße." Zoe Oßwald besuchte das Jugendgefängnis im Rahmen ihres Praktikums beim Frauenzentrum KHANZAD, das sich seit vielen Jahren mit der Situation von inhaftierten Frauen beschäftigt und sehr viel erreicht hat, um deren rechtliche und soziale Lage zu verbessern. Im Zuge dieser Tätigkeit stießen sie auch auf die vernachlässigten männlichen Jugendlichen, die ähnlich ungeschützt auf Jahre im Gefängnis sitzen, weil sich niemand für sie und ihre Zukunft interessiert. Wie bei den Mädchen ist aus Mangel an Alternativen das Gefängnis zu einer Art Heim geworden. KHANZAD war Ende der 90er Jahre maßgeblich an der öffentlichen Thematisierung von Ehrenmorden und familiärer Gewalt gegen Frauen beteiligt und arbeitet heute eng mit bestehenden Frauenzufluchtshäusern und Anti-Gewalt-Projekten zusammen. KHANZAD hat nun begonnen Spiel- und Sportgeräte für den Jugendknast in Sulemania zu erwerben, plant Bildungskurse und Werkunterricht und nimmt Kontakt zu den Familien der Jugendlichen auf. Zusammen mit Haukari fördert medico dieses Pilotprojekt im Jugendknast.
Projektinfos: Irak / Spendenstichwort: Kurdistan
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Die Berichtslage über den Konflikt in Sri Lanka ist dürftig. Heftige Gefechte zwischen Armee und Tamilen – Rebellen oder sensationsheischende Bombardierungen des Colombo-Flughafens finden zuweilen den Weg in die Meldungsspalten. Die andauernde Verschlechterung der Menschenrechtslage, die Verschleppung und Vertreibung von Menschen, das Hungern der Flüchtlinge sind dagegen nicht berichtswürdig. Und manchmal nicht einmal für Sri-Lanka-Touristen interessant, die ja in den vorgeblich "ruhigen" Süden reisen. Gemeinsam mit unseren Partnern in Sri Lanka versuchen wir deshalb, Öffentlichkeit für die kontinuierliche Eskalation des Konflikts zu schaffen und Hintergründe zu liefern. Auf unserer Website werden Kollegen aus Sri Lanka fortlaufend über die Ereignisse berichten und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren. Allerdings sind die Namen der Berichterstatter nicht immer öffentlich, weil die Regierung in Colombo deren Arbeit zu oft als "Unterstützung des Terrorismus" bezeichnet. Ein solcher Vorwurf kann derzeit nicht absehbare Konsequenzen haben. Der Sri Lanka Watch stellt Öffentlichkeit nicht nur hier sondern auch für interessierte Leser in anderen Weltregionen her. Deshalb erscheinen die Meldungen zumeist in englischer Sprache.
Weblink: Sri Lanka-Watch / Spendenstichwort: Sri Lanka
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"Buscando Remedio" (frei übersetzt: die richtige Medizin) erfreut sich bei Gesundheitsarbeitern in Nicaragua großer Beliebtheit. Nun soll eine Neuauflage dieses Handbuches entstehen, das sich den rationalen Arzneimittelgebrauch auf die Fahnen geschrieben hat. Health Action International in Nicaragua und das Gesundheitsministerium wollen es gemeinsam herausgeben. Angesichts einer Pharma-Industrie, die selbst in den ärmsten Ländern Pharmavertreter herumschickt, um sinnlos teure Medikamente unter die Leute zu bringen, eine sehr nützliche Handreichung. Medico unterstützt die Herausgabe des Werkes.
